Klangwolken

Die Klangwolken gehören seit Jahrzehnten zu den eindrucksvollsten Kulturereignissen Europas. Was 1979 als spektakuläre Eröffnung des Ars Electronica Festivals begann, entwickelte sich zu einem Markenzeichen der Stadt Linz und begeistert Jahr für Jahr hunderttausende Menschen.

Die Visualisierte Klangwolke verwandelt den Donaupark in eine einzigartige Bühne unter freiem Himmel und verbindet Musik mit Licht, Projektionen, Schauspiel und modernster Bühnentechnik zu einem Gesamtkunstwerk von internationaler Strahlkraft.

Ergänzt wird sie durch die Klassische Klangwolke, die Spitzenkonzerte des Brucknerfestes über den Konzertsaal hinaus für ein großes Publikum erlebbar macht, sowie durch die Kinderklangwolke, die seit 1998 Generationen junger Besucher mit fantasievollen Inszenierungen für Kunst und Kultur begeistert.

DIE KLANGWOLKEN 2026

DIE KLANGWOLKEN 2025

DIE KLANGWOLKEN 2024

DIE KLANGWOLKEN 2023

DIE KLANGWOLKEN 2022

 

Die Klangwolke - Ein linzer wahrzeichen

Wie alles begann …

Ursprünglich war lediglich eine einmalige, spektakuläre Eröffnung des Ars Electronica Festivals geplant, das damals noch Teil des Internationalen Brucknerfests Linz war. Dass daraus eine Institution von internationaler Ausstrahlung entstehen würde, hätten sich die Verantwortlichen 1979 wohl nicht träumen lassen. Bereits wenige Jahre später war die Klangwolke zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen der Stadt Linz geworden – und zu einer der größten und spektakulärsten Open-Air-Inszenierungen Europas im öffentlichen Raum. Bis heute hat sie mehr als vier Millionen Menschen begeistert.

Als Initiator der Klangwolke gilt der damalige Intendant des ORF-Landesstudios Oberösterreich, Hannes Leopoldseder. Gemeinsam mit dem Münchner Komponisten, Regisseur und Klangarchitekten Walter Haupt entwickelte er die Idee, klassische Musik aus den Konzertsälen hinaus in den öffentlichen Raum zu tragen und so einem ungleich größeren Publikum zugänglich zu machen. Leitmotiv war die damals vielzitierte Forderung des deutschen Kulturpolitikers Hilmar Hoffmann nach »Kultur für alle«.

In Linz ging man jedoch noch einen Schritt weiter: Die Bevölkerung wurde aktiv in das Projekt eingebunden. Die Linzerinnen und Linzer stellten ihre Radiogeräte in die Fenster und verwandelten die Stadt in eine einzige Klangwolke. Im Premierenjahr erklang Anton Bruckners 8. Sinfonie noch vom Tonband – in einer Aufnahme des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter Bernard Haitink. Bereits ein Jahr später spielte das Bruckner Orchester Linz unter Theodor Guschlbauer Bruckners 4. Sinfonie live. Der niederschwellige Zugang durch freien Eintritt sowie die Verbindung von klassischer Musik und technologischer Innovation prägen die Linzer Klangwolke bis heute.

 

Klangwolke 1979 - balloon of hearts © Peter
Klangwolke 1979 - balloon of hearts © Peter

VISUALISIERTE KLANGWOLKE

Auch wenn die eigentliche Geburtsstunde der Visualisierten Klangwolke erst Mitte der 1980er-Jahre schlug, spielten visuelle Elemente schon früh eine wichtige Rolle. Bereits 1980 kamen spezielle Lichteffekte zum Einsatz, ein Jahr später folgte das »Linzer Funkenwolkenfeuer«. Da optische und szenische Gestaltung zunehmend an Bedeutung gewann, entschieden sich die Veranstalter 1985, zwei eigenständige Formate im Rahmen des Internationalen Brucknerfests Linz zu etablieren: die Visualisierte Klangwolke, bei der Musik – unabhängig vom jeweiligen Genre – eines von mehreren Gestaltungsmitteln eines multimedialen Gesamtkunstwerks ist, sowie die Klassische Klangwolke, deren Mittelpunkt bis heute ein großes Konzert bildet.

Der große Pionier der ersten Jahre war Walter Haupt, der die Klangwolke – mit Unterbrechungen – bis 1990 prägte. Später entwickelte vor allem der Bühnenbildner und Architekt Hans Hoffer die visuelle Sprache der Klangwolke entscheidend weiter. Weitere Künstler und Künstlergruppen waren unter anderem Airan Berg, Parov Stelar, Beda Percht, Hubert Lepka & Lawine Torrèn, Xailabs GmbH sowie die Künstlergruppe Helix.

2018 gestaltete das international renommierte Theaterkollektiv La Fura dels Baus unter dem Titel PAX eine multimediale und interaktive Inszenierung, in der die Geschichte der Menschheit als traumähnliche Bilderwelt erzählt wurde.

Zum 40-jährigen Jubiläum der Linzer Klangwolke zeichnete 2019 der Opernregisseur und ehemalige Intendant der Bregenzer Festspiele David Pountney für die Visualisierte Klangwolke verantwortlich. Unter dem Titel SOLAR widmete er sich der Beziehung des Menschen zur Sonne – zwischen Apokalypse und der Hoffnung auf ein Happy End.

Coronabedingt konnte die Visualisierte Klangwolke 2020 nicht wie gewohnt im Donaupark stattfinden. Ein Künstlerkollektiv aus Peter Androsch, Sam Auinger, Wolfgang »Fadi« Dorninger und Gitti Vasicek wich teilweise in den digitalen Raum aus und spürte unter dem Titel SOUNDING LINZ den vielfältigen Klängen der Stadt nach, um sie ihren Bewohnerinnen und Bewohnern neu bewusst und hörbar zu machen.

2021 kehrte die Visualisierte Klangwolke vor Publikum in den Donaupark zurück. Hollywood-Regisseur Robert Dornhelm leitete ein kreatives Team, das unter dem Titel PANTA RHEI eine poetische Reise über den stetigen Wandel des Lebens inszenierte. Die Musik komponierte der Wiener Filmmusik-Komponist Roman Kariolou im Auftrag der LIVA.

2022 setzte der international renommierte Regisseur Pierre Audi mit MOTHER GILGAMESH eines der ältesten überlieferten Epen der Menschheitsgeschichte eindrucksvoll in Szene. Aus der Perspektive der von Sunnyi Melles verkörperten Titelfigur entstand eine bildgewaltige Reise zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die Fragen nach Leben, Tod und Unsterblichkeit mit spektakulären Licht-, Video- und Klanginstallationen auf der Donau verband.

2023 nahm die US-amerikanische Regisseurin Francesca Zambello das Publikum mit ODYSSEY. A Journey Through Worlds auf eine poetische Reise entlang des Flusses des Lebens. Im Mittelpunkt stand ein junges Mädchen, das nach einer apokalyptischen Katastrophe auf der Suche nach Hoffnung und einem neuen Miteinander unterschiedliche Kulturen, Musiktraditionen und Lebenswelten entdeckte. Akrobatik, Tanz sowie eigens entwickeltes Sound- und Videodesign verschmolzen zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk auf der Donau.

2024 kehrte das international renommierte Theaterkollektiv La Fura dels Baus nach Linz zurück. Unter dem Titel PIONEERS 52 Hz erzählte die Visualisierte Klangwolke von visionären Persönlichkeiten, deren Ideen unsere Welt nachhaltig geprägt haben. Inspiriert vom geheimnisvollen 52-Hertz-Wal führte die spektakuläre Inszenierung von den Tiefen der Ozeane bis in die Weiten des Universums und verband Gustav Holsts The Planets mit einem eigens entwickelten Sounddesign zu einer Hommage an Entdeckergeist, Wissenschaft und Zukunft.

2025 stand die Visualisierte Klangwolke unter dem Titel URBAN PULSE ganz im Zeichen der pulsierenden Energie der Stadt. Rhythmus, Bewegung und gemeinschaftliches Erleben rückten in den Mittelpunkt einer Inszenierung, die den urbanen Raum als lebendigen Klangkörper verstand und die Menschen auf beiden Ufern der Donau zu einem gemeinsamen musikalischen Erlebnis verband.

Visualised Klangwolke 2009 © Andreas Röbl
Visualised Klangwolke 2009 © Andreas Röbl
Visualised Klangwolke 2016 © Christian Herzenberger
Visualised Klangwolke 2016 © Christian Herzenberger
Visualised Klangwolke 2018 © Reinhard Winkler
Visualised Klangwolke 2018 © Reinhard Winkler

Klassische Klangwolke

Als Ergänzung zur Visualisierten Klangwolke findet seit 1985 im Rahmen des Internationalen Brucknerfests Linz die Klassische Klangwolke statt. Dabei handelt es sich um ein Konzert im Großen Saal des Brucknerhauses, das live in den Donaupark übertragen wird.

Zum Erfolg der Klassischen Klangwolke trug nicht zuletzt die Mitwirkung zahlreicher international renommierter Orchester und Dirigent bei. Eine prägende Rolle in den Anfangsjahren spielten die Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel. Es folgten Dirigentenpersönlichkeiten wie Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Franz Welser-Möst, Riccardo Muti, Václav Neumann, Georges Prêtre, Dennis Russell Davies und Michael Tilson Thomas. 2021 dirigierte mit Silvia Spinnato erstmals eine Frau die Klassische Klangwolke. Neben den Wiener Philharmonikern gastierten unter anderem das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewandhausorchester Leipzig, das London Symphony Orchestra, die Tschechische Philharmonie, das Beethoven Orchester Bonn, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich sowie das Bruckner Orchester Linz.

 

Bruckner Orchester Linz © Reinhard Winkler
Bruckner Orchester Linz © Reinhard Winkler
Beethoven Orchester Bonn & Dirk Kaftan © Reinhard Winkler
Beethoven Orchester Bonn & Dirk Kaftan © Reinhard Winkler
Female Symphony Orchestra Austria & Silvia Spinnato © Christian Herzenberger
Female Symphony Orchestra Austria & Silvia Spinnato © Christian Herzenberger

Kinder klangwolke

Seit 1998 gestaltet das Kinderkulturzentrum KuddelMuddel gemeinsam mit Künstler und zahlreichen Mitwirkenden die Kinderklangwolke. Jahr für Jahr verwandelt sich der Donaupark auf Höhe des Brucknerhauses in eine große Erlebniswelt, in der Familien Musik, Theater und Kunst in ungezwungener Atmosphäre entdecken können. In mehr als zwei Jahrzehnten hat die »kleine Schwester« der Linzer Klangwolke über zwanzig Themen aus der Lebenswelt von Kindern auf die große Open-Air-Bühne gebracht – ein Geschenk an alle Kulturinteressierten, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund.

2018 feierte die Kinderklangwolke unter dem Motto SCHÖNE BUNTE WELT ihr 20-jähriges Jubiläum und schlug zugleich ein neues Kapitel auf. Erstmals entstand das Konzept eines ganzen Nachmittags mit Festivalcharakter, das den Linzer Donaupark in eine bunte Erlebniswelt verwandelte.

2019 ließ Christoph Bochdansky in DER KLEINE PRINZ IN LINZ den kleinen Prinzen mitten im Donaupark landen.

Aufgrund der Corona-Pandemie folgte 2020 mit DOPPELKLICK ZUM GLÜCK eine mobile und digital adaptierte Kinderklangwolke, die die Spannung zwischen analoger und digitaler Welt thematisierte und erstmals hybrid – live und digital an zwei verschiedenen Orten – erlebbar war.

2021 kehrte die Kinderklangwolke in den Donaupark zurück. Die »Rebellin der Kindermusik« Suli Puschban sorgte mit DIE FLUT AUS MUT für ein mitreißendes Open-Air-Erlebnis.

Mit GALERIE DER TRÄUME entführte die Kinderklangwolke 2022 ihr Publikum in eine fantasievolle Welt voller Bilder, Farben und Musik. Gemeinsam mit außergewöhnlichen Figuren begaben sich Kinder und Erwachsene auf eine poetische Reise und entdeckten die grenzenlose Kraft der Fantasie.

2023 lud die Kinderklangwolke erneut zu einem großen Familienfest in den Donaupark ein. Ein eigens entwickeltes Musiktheaterstück, fantasievolle Figuren und zahlreiche Mitmachstationen unterstrichen den Festivalcharakter der Veranstaltung und machten den Donaupark zu einem lebendigen Ort des gemeinsamen Erlebens.

2024 stand die Kinderklangwolke mit CIRCUS – CIRCUS. Frida & Sven und die gestohlenen Träume ganz im Zeichen der Magie des Zirkus. Mit Musik von Titus Vadon und einer Geschichte von Susanne Stemmer entstand ein spektakuläres Rock-Zirkus-Musical, das Akrobatik, Jonglage, Stunts und eindrucksvolle Visuals zu einem mitreißenden Open-Air-Erlebnis für die ganze Familie verband.

2025 verwandelte FELIX DER WÖRTERSAMMLER den Donaupark erneut in einen musikalischen Erlebnisraum für Groß und Klein. Das Singspiel von Timna Brauer nach einer Erzählung von Wolfgang Hermann erzählte die poetische Geschichte eines Kindes, das Wörter sammelt und auf ganz eigene Weise die Welt entdeckt. Musik, Sprache und Fantasie verschmolzen dabei mit einem abwechslungsreichen Mitmachprogramm zu einem stimmungsvollen Fest für die ganze Familie.

Weitere Infos zur Kinderklangwolke gibt es unter kinderklangwolke oder kuddelmuddel.at 
 

Kinderklangwolke 2015 © Christian Herzenberger
Kinderklangwolke 2015 © Christian Herzenberger
Kinderklangwolke 2018 © Reinhard Winkler
Kinderklangwolke 2018 © Reinhard Winkler
Kinderklangwolke 2021 © Reinhard Winkler
Kinderklangwolke 2021 © Reinhard Winkler

 

Die Linzer Klangwolke wird unterstützt durch:

Sponsoren Linzer Klangwolke | Sparkasse OÖ, Linz AG, Wiener Städtische